Evangelischer Krankenpflegeverein Obermoschel e.V.

„Das Bedürfnis einer örtlichen Krankenpflege,

ausgeübt von sachkundiger Frauenhand,

machte sich seit längerer Zeit fühlbar.“

So beginnt das Protokollbuch des evangelischen Krankenpflegevereins Obermoschel, der am 13. August 1905 gegründet wurde.

Als Aufgabe des Vereins ist in § 1 der Satzung
festgelegt:


Der Ev. Krankenpflegeverein, welcher seinen Sitz in Obermoschel hat und in die Vereinsregister eingetragen werden soll, hat den Zweck, durch Errichtung und Unterhaltung einer zunächst mit einer Schwester des Ev. Diakonievereins zu besetzenden Krankenpflegestation für eine zuverlässige und und ständige Krankenpflege
zu sorgen. Dieselbe soll vorzugsweise den Familien, welche dem Vereine angehören
und die Hilfe einer Krankenpflegerin benötigen, zu Gute kommen. Es bleibt dem Verein aber unbenommen, die Pflege auch armen Nichtmitgliedern zu teil werden zu lassen“.



Der protestantische Ortspfarrer sollte „ex officio“ – kraft seines Amtes – der erste Vorsitzende sein. Ihm stand ein von der Generalversammlung gewählter Ausschuß, der zunächst nur aus Männerhand bestand, zur Seite, sowie ein Hilfskomitee von sieben Frauen, das die Aufgabe hatte, „die Schwester in ihren häuslichen Angelegenheiten zu beraten und in besonderen Notfällen für Unterstützung armer Kranker durch Lebensmittel, Verbandszeug etc. Sorge zu tragen“.

Mitglied des Vereins konnte jeder Einwohner von Obermoschel und Unkenbach ohne Unterschied der Konfession werden, der sich zu einem regelmäßigen monatlichen Beitrag von mindestens 20 Pfg. verpflichtete.
Die ersten Schwestern wurden vom Diakonieverein Berlin gestellt. Am Reformationsfest des Jahres 1905 wurde die Schwester Christine Schacht „vor dem Altare in feierlicher Weise durch Handgelübde verpflichtet und in ihren neuen Dienst eingewiesen“.

1907 zählte der Verein in Obermoschel 245 und in Unkenbach 11 Mitglieder. 1924 waren es 222 in Obermoschel und 113 in Unkenbach, Sitters und Schiersfeld. Im Laufe der Jahre wurden die Berliner Diakonieschwestern durch Diakonissen aus dem Mutterhaus Speyer abgelöst, die dann nur noch in Obermoschel wirkten.
Die letzte Diakonisse mit dem weißen Spitzenhäubchen war Schwester Johanna Wolf, die 17 Jahre lang in großem Segen – wie auch die anderen – bis 1972 hier wirkte.

Danach versah Frau Waltraud Banaski aus Obermoschel den Dienst an den Kranken.
Am 21. Oktober 1973 beschloß der Krankenpflegeverein Obermoschel seinen Beitritt zur
ökumenischen Sozialstation Rockenhausen Alsenz-Obermoschel, die am 1. Januar 1974
ihren Dienst aufnahm und mittlerweile auch die VG Winnweiler umfasst und in ihren Namen aufgenommen hat.

Sie „dient der Versorgung der Bevölkerung, ungeachtet ihrer Abstammung, ihrer Rasse, Sprache, Herkunft, ihres Glaubens und ihrer religiösen und politischen Anschauungen auf dem Gebiet der Kranken-, Alten- sowie Haus- und Familienpflege“.
Damit wurde der Krankenpflegeverein zu einer Art „Förderverein“ der Sozialstation, es wurde ihm aber auch viel Mühe um die Beschaffung der notwendigen Finanzmittel und die Erhaltung der eigenen Station abgenommen.
Seit dem Beitritt zu Sozialstation dehnte sich der Vereinsbereich aus, er umfasst die Stadt Obermoschel, die Gemeinden Unkenbach, Sitters, Schiersfeld, Finkenbach-Gersweiler und Waldgrehweiler.

Mittlerweile wurde 2005 die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt, was zu einem Rückgang bei den Mitgliedszahlen bei den meisten Krankenpflegevereinen geführt hat. War es bisher notwendig, Mitglied des Vereins zu sein, um Pflege- und Hilfeleistungen durch die Sozialstation zu erhalten, ist dies nun keine Voraussetzung mehr. Die Mitgliedszahlen verringerten sich seit dieser Zeit von nahezu 500 Mitgliedern auf heute noch 190 mit abnehmender Tendenz und dies trotz Werbeaktionen, Konzerten, Mitwirkung bei der Kerwe etc.
Der Vereinsbeitrag, der anfänglich 2,40 Mark jährlich betrug, steigerte sich 1923 auf 12, 1961 auf 14, 1965 auf 24, 1974 auf 30 und 1987 auf 36 Mark.

Heute – 2020 – liegt er bei 25 Euro jährlich. Die Rechnungsgeschäfte lagen langjährig zunächst bei Franz Römer, dann bei Heinz Pfeiffer und sind heute in besten Händen bei Ursel Lux aus Obermoschel.

Wenn sich auch die Verantwortlichkeiten des Vereins geändert haben, eine Verantwortung ist geblieben: Nämlich mitzuhelfen, dass der Dienst der Nächstenliebe an den Kranken und Gebrechlichen, den Alten und
Schwachen in optimaler Weise erledigt wird.

Vorsitzender des Vereins ist derzeit Arno Mohr aus Unkenbach, sein Stellvertreter ist der örtliche Pfarrer Dieter Ruble, Rechnerin Ursel Lux.

Dem Ausschuß gehören an:

  • Winfried Hammerle (Obermoschel)
  • Ralf Janotta (Obermoschel)
  • Armin Bayer (Finkenbach-Gersweiler)
  • Fridolin Rau (Unkenbach)
  • Kurt Enders (Sitters)

Krankenpfegeverein Obermoschel

1. Vorsitzender
Arno Mohr
Talstraße 2
67823 Unkenbach
Telefon: 06362-1316
E-Mail: arnomohr@t-online.de

2. Vorsitzender
Pfarrer Dieter Ruble
Pfarrhaus
67823 Obermoschel
Telefon: 06362-9947085
E-Mail: dieterruble@t-online.de